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Mineralwasser-Sommelière Antje Mergard, Bad Driburger Naturparkquellen

Mineralwasser-Sommelière Antje Mergard, Bad Driburger Naturparkquellen

"Mineralwasser ist eines der spannendsten Themen überhaupt", schwärmt Antje Mergard. Die Bad Driburgerin muss es wissen: Seit 2013 ist die biologisch-technische Assistentin für Qualitätssicherung auch als Mineralwasser-Sommelière bei den Bad Driburger Naturparkquellen tätig. Sie berät Gastronomen, Schulen, Firmen und Vereine in Sachen Trinken und zur richtigen Wasserauswahl für unterschiedliche Speisen.

Frage: Frau Mergard, was spricht eigentlich dagegen, statt Mineralwasser Leitungswasser zu trinken?
Antwort: Erst einmal gar nichts. Denn die Trinkwasserqualität in Deutschland ist sehr hoch, und Leitungswasser ist gesundheitlich unbedenklich. Aber: Im Mineralwasser als reinem Naturprodukt sind alle Mineralstoffe in gelöster Form vorhanden und für den Körper gleich verfügbar, so dass er optimal mit Nährstoffen und Spurenelementen versorgt ist. Schön ist, dass das Bewusstsein für Mineralwasser gestiegen ist, und es für die Menschen selbstverständlich zum gesunden Leben dazu gehört.

Frage: Was ist der Unterschied zu Tafel - und Heilwasser?
Antwort: Tafelwasser ist ein industriell gefertigtes Produkt, hat keine bestimmte Herkunft und kann mit verschiedenen Wasserarten gemischt werden, zum Beispiel mit Trinkwasser, Natursole oder Meerwasser. Es gelten die chemischen Anforderungen, die auch an Trinkwasser gestellt werden. Heilwasser ist ebenso wie Mineralwasser ein Naturprodukt, das allerdings einen besonderen Gehalt an Mineralstoffen besitzt und vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung hat. Es wird wissenschaftlich streng geprüft, analysiert und kontrolliert, unterliegt in der Zulassung dem deutschen Arzneimittelgesetz. Auf den Etiketten müssen die gesundheitlichen Wirkungen ausgezeichnet sein.

Frage: Welches Mineralwasser wird in Deutschland am meisten getrunken?
Antwort: Mineralwasser mit mittlerem Kohlesäuregehalt, also Medium. Aber Naturell und Still sind stark im Kommen, die Verbraucher mögen es im Gegensatz zu früher weniger sprudelig, denn zu viel Kohlesäure dehnt den Magen und wird gerade von Menschen mit empfindlichem Magen als sehr unangenehm empfunden.

Frage: Ist regionales Wasser besser?
Antwort: Es gibt kein gutes und kein schlechtes Mineralwasser. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei unserem Wasser entscheiden natürlich die Nachhaltigkeit, beispielsweise die kürzeren Transportkosten zugunsten der Umwelt. Außerdem besitzt das Wasser eine hohe Qualität, das viele Stammkunden überzeugt. Zudem ist es ein echter Imagegewinn für die Region, so ein tolles Wasser hier zu haben.

Frage: Wie viel sollte man täglich trinken?
Antwort: Um den Körper gut mit Flüssigkeit zu versorgen, sind rund 1,5 Liter Wasser über den Tag verteilt ausreichend, bei körperlicher und geistiger Anstrengung natürlich mehr.

Frage: Kochen mit Mineralwasser, geht das?
Antwort: Auf jeden Fall. Gerade in der modernen, leichten Küche für die schlanke Linie ist Mineralwasser sehr beliebt. Statt Fett kann man mit kohlensäurehaltiges Wasser Fleisch und Fisch anbraten, nimmt es zum Verfeinern von Suppen und Saucen oder statt Öl als frisches Salatdressing. Gemüse bleibt knackiger und in der Farbe intensiver. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser macht Desserts cremig zart und verleiht ihnen zusätzlich Geschmack.

Frage: Gutes Essen und Mineralwasser: Welches Wasser passt wozu?
Antwort: Das geben wir auch den Gastronomen so weiter: Bei einem leckeren Essen nicht so hochmineralisierten Wasser trinken, sonst kann der Geschmack beeinträchtigt werden, beispielsweise bei Fischgerichten. Medium ist eigentlich immer eine gute Wahl. Ansonsten: Fett und Kohlensäure vertragen sich nicht so gut, beispielsweise bei Gans oder bei Mousse au Chocolat lieber zu Naturell greifen. Wildgerichte und Obstsalat dagegen vertragen schon mehr Kohlensäure.

Frage: Wie sieht es mit Wein aus?
Antwort: Je trockner der Wein, desto weniger Kohlensäure sollte im Mineralwasser sein. Wenn Sie einen dunklen, schweren Rotwein genießen, ist stilles Wasser der richtige Begleiter. Wenn der Wein süßer ist, kann das Wasser ruhig etwas kohlensäurehaltiger sein, das verteilt den süßen Geschmack auf der Zunge besser, und die Gechmacksnerven können dann noch andere Noten als nur das Süße schmecken. Übrigens: Zu Alkohol ist es besser, immer ein Glas Wasser zu trinken. Denn Alkohol gilt als "Flüssigkeits- und Mineralstoffräuber", Wasser beugt drohenden Magen- und Kopfschmerzen vor.

Frage: Sind Gletscherwasser aus Kanada, hawaiianisches Tiefseewasser, Regenwasser aus Tasmanien oder Wasser aus dem japanischen Rokko-Gebirge wirklich so rein und mineralstoffreich oder lediglich ein kostspieliges Luxusprodukt?
Antwort: Mineralstoffreich sind die Wässer nicht wirklich. Hier bezahlt man eigentlich für eine teure Einwegflasche, wobei die oft sehr schön designt sind, und natürlich für hohe Transportkosten. Richtig Sinn macht das aus meiner Sicht nicht.

Frage: Passen Kaffee und Wasser zusammen?
Antwort: Auf jeden Fall. Diese Trinkkultur stammt ja aus den mediterranen Ländern, wird bei uns aber auch immer üblicher. Hydrogencarbonathaltiges Wasser, zum Beispiel unser Caspar-Heinrich-Mineralwasser, passt sehr gut, weil es den Kaffee weicher und bekömmlicher macht und als guter "Säurepuffer" dient.

Das Interview führte Martina Schäfer.

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